Archiv

Titelblatt-mobilogisch-4-2019

Fußverkehr

Demo: Für freie Gehwege auf den Beinen

WALK21 in Rotterdam

SUV-Unfall: Vom Schreckensort zur Modellstraße

Länderminister fordern mehr für Fußverkehr

Berlins Müllabfuhr schlägt Schneisen für alle

Länderminister fordern mehr für Fußverkehr

Die Gebührenordnung für private Baustellen im öffentlichen Raum

E-Roller vollkommen überschätzt?

Berliner Mobilitätsgesetz: Besser geht es immer, aber…

Verkehrsplanung

Das Elend der Empirie

Lebenswerter Straßenraum – konkrete Schritte diskutieren

Denkmalschutz

Denkmalschutz soll Barrierefreiheit nicht ausschließen

Denkmalschutz und Flanieren

Verkehrssicherheit

Die Entwicklung des Speed-Index

ISA – Spielverderberin für Raser?

Verkehrsberuhigung

Weshalb und wie autofrei leben – und was braucht es dafür?

Verkehrsrecht

Verkehrsregeln auf die Füße stellen

StVO-Novelle – Das Statement von FUSS e.V.

Radverkehr

Fahrradstraße in Hannover nicht sachgerecht und zweckmäßig und damit unzulässig

Rad- und Fußverkehr

Sind „geschützte Kreuzungen“ sicherer?

Unterschiedliche Voraussetzungen von Fahrrad- und Gehverkehr

Verkehrspolitik und Klima

CO2-Steuer: Die eingebildete Steuererhöhung

Kritischer Literaturdienst Fußverkehr Nr. 101:

Leitlinien Zebrastreifen Baden-Württemberg

 

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Titelblatt-mobilogisch-3-2019

Rad- und Fußverkehr: Kommunikation

Wir müssen reden: 32 Konflikte, die Fuß und Rad besprechen sollten

Fußverkehr

Schwachstellenanalyse und Maßnahmen-planung: Dem Fußverkehr den Weg ebnen

Evaluation des Handlungsleitfadens für Fußverkehrsstrategien

Reallabor GO Karlsruhe: Ein Forschungsprojekt für und mit zu Fuß Gehenden

Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheitsprogramm: Sicher gehen

Warngeräusche für Elektrofahrzeuge

Knolle statt Knöllchen fürs Falschparken

Elektro-(Tret)Roller: Ungehaltene Rede

Sicher unterwegs zu Fuß und mit dem Rad

Verkehrsrecht

Verkehrsrecht auf die Füße stellen

Verkehrsplanung

Walkability: Wie müssen Städte gestaltet sein,um uns auf die Füße zu bringen?

Instrumente für eine verbesserte Verkehrs­-sicherheit und eine bessere Nahmobilität

Bei Bund und Ländern den Fuß in die Tür bekommen

Scheitern als Chance

Soziale Aspekte: Gleichheit kommt zu Fuß

Mobilitätsmanagement

Was Alleinerziehende alles schaffen (müssen)

Schulisches Mobilitätsmangement: Mobil rund um die Schule

Luftverschmutzung

Atemlos durch die Stadt! Wir holen uns die gesunde Luft zurück

Kritischer Literaturdienst Fußgänger Nr. 100

Zu Fuß zur Haltestelle

 

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Titelblatt-mobilogisch-2-2019

Fußverkehr

Widerstand gegen e-Kleinstfahrzeuge auf Gehwegen: Ins Rollen gekommen

Gerechte Wohnstraßen – freie Hauszugänge

Gemeinsam unterwegs – zu Fuß autonom durch den Alltag

Kommunale Verwaltung und Politik auf die Füße stellen

„Elektrisch fahren tut hörbar gut!“

Radverkehr

Gestaltung von Radverkehrsanlagen: Fahrradstraßen *

Radwege und niederländische Kreuzungen: Keine Wunderlösung

Kommunikation

Totalschaden in den Texten

Verkehrsplanung

Kevin (mit Mutti) allein zuhaus

Umgestaltung von Straßenraum entlang von Quartiersachsen

Großstadt im Grünen – die heiklen Stadt-Umland-Beziehungen

Park- und Lieferverkehr

Werden wir beliefert oder sind wir amazon ausgeliefert?

In Karlsruhe wurde „faires Parken“ eingeführt

Einkaufsverkehr

Bedeutung der (Auto-)Erreichbarkeit für den Innenstadt-Einzelhandel

Frauen

Wenn Frauen rausgehen …

Kinder+Jugendliche

Platz zum Wachsen: Stadtgestaltung für Kinder und Jugendliche

Zukunft der Mobilität

Kritischer Literaturdienst Fußgänger Nr. 99

Kosteneffiziente Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs in Österreich

 

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Texte mit Totalschaden

 

Unfallberichte von Polizei und Medien verharmlosen Raserei, beschuldigen Opfer und sind alles andere als neutral. Abhilfe ist möglich.

Unfallberichte der Polizei und in Medien erschrecken oft mit ihrem Inhalt. Zugleich verärgern sie mit ihrer Form: Da werden schwere, manchmal tödliche Fahrfehler und Leichtfertigkeiten verharmlost, Opfer direkt oder indirekt beschuldigt, Unfallhergänge aus der subjektiven Sicht eines Beteiligten, womöglich des Schuldigen dargestellt. Medien übernehmen das häufig 1 zu 1 – oder machen selbst entsprechende Fehler.

Das ist nicht nur ärgerlich und ungerecht, sondern provoziert geradezu gefährliches Fahren: Nicht der mutwillig Schnelle hat in solchen Darstellungen den Unfall verursacht, sondern der Ungeschützte, oft Überforderte. Riskante Fahrweisen erscheinen als legitim, ihre schrecklichen Folgen als schicksalhaft, nicht als vermeidbar durch vorsichtiges Fahren. 

Polizisten wie Journalisten begehen in ihren Unfallberichten teils schwere Verstöße gegen die Gebote der Neutralität und der Zurückhaltung gegenüber Opfern. Solche Verstöße prägen einen Großteil, wenn nicht die Mehrzahl aller Unfallberichte. Allerdings dürften sie selten bewusst-böswillig, sondern eher gedankenlos sein. Drei Ursachen liegen auf der Hand.

Die erste ist die schlichte Gewohnheit, vor allem bei Polizisten. Deren Kernkompetenz ist nicht das Schreiben von Berichten mit hohen Standards. Wer zum Beispiel in seiner Nachtschicht einen schweren Unfall aufnehmen, vielleicht auch noch Angehörige oder Hinterbliebene benachrichtigen musste, dem fließen im Morgengrauen auf der Wache Routinefloskeln in den Bericht.

Dazu kommt die Windschutzscheiben-Perspektive. Polizisten sind vor allem auf das formale Einhalten von Regeln und auf die Optimierung des Autoverkehrs geschult. Und zumindest im Dienst erleben sie die Straßen viel häufiger im Auto als zu Fuß oder per Rad. Die Sichtweise von Autofahrern ist ihnen viel vertrauter als die von Fußgängern und Radfahrern; entsprechend bewerten sie oft unbewusst Unfälle. Und gerade bei Unfällen zwischen Autofahrern hier, Fußgängern oder Radfahrern dort wird das durch eine makabre Schieflage bei den Aussagen verstärkt: Die Autofahrer können meist noch reden, die anderen oft nicht.

Viele Journalisten haben ähnliche Sichtweisen und Probleme: Es muss schnell gehen; die Polizei erscheint als neutrale Quelle; man selbst ist oft viel per Auto unterwegs und die Formulierungen sind gängig. Manchmal aber geht das schmerzhaft daneben. So Anfang November 2018 bei der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) in Halle. Ein Lastwagenfahrer war nach rechts abgebogen und hatte eine Frau auf dem Pedelec getötet. Die Ursache war klar, aber das Blatt fragte nicht nach Zeitdruck oder Überforderung von Lkw- Fahrern, sondern titelte: „Wie gefährlich sind Fahrräder mit Elektroantrieb?“

Das brachte der MZ eine Wutwelle auf Twitter ein: „Pietätlos“, „schreit nach Widerspruch“ und „victim blaming“, also Beschuldigen des Opfers nach dem Muster „Frau trug Minirock – vergewaltigt“. Die Mitteldeutsche Zeitung änderte online die Titelzeile in „Tod einer Radfahrerin“ und hob deutlicher das Lkw-Problem hervor – für viele Leser zu spät.

Drei Wochen später bog in Bonn ein Lkw-Fahrer ebenso rüde ab. Eine Radfahrerin wurde zwischen die Räder gestoßen; der Fahrer hielt an, kurz bevor er sie überrollt hätte. Dass sie knapp dem Tod entging, kommentierte der örtliche Rhein-Sieg-Anzeiger rheinisch-unbeschwert: „Die 45-Jährige hatte großes Glück und wurde bei dem Unfall nur leicht verletzt.“ Für den Verursacher fand das Blatt freundliche Worte: „Der Lkw-Fahrer erfasste die Unfallsituation und stoppte sein Fahrzeug sofort.“ (Was noch nicht einmal stimmt: „sofort“ wäre vor dem Unfall gewesen.)

Wie Abhilfe schaffen? In diesen und in anderen genannten Fällen protestierten Leser, wofür Redaktionen ziemlich hellhörig sind. Online-Texte wurden offen geändert; derartige Kritik ist oft auch Anlass für interne Sprachregelungen. Die durch ihre Verbreitung besonders einflussreiche und um Neutralität bemühte Agentur dpa kündigte nach Fehlgriffen an, ihre Unfallsprache selbstkritisch zu überprüfen. Es lohnt also, bei Medien gegen schlechte Berichte zu protestieren.

Bei der Polizei ist es schwieriger. Sprachlich wenig sensiblen Beamten verstehen oft gar nicht, was an ihren Texten falsch sein soll. Druck auf die Polizei zwecks sprachlicher Verbesserung ihrer Texte ist darum ein zähes Langfrist-Projekt. Einen Versuch habe ich mit einem im April erschienen Beitrag im Fachblatt „Polizei Verkehr Technik“ gemacht.

Journalisten schlagen wir vor, nach einem schweren Unfall den Ort aufzusuchen und nach Mängeln der Infrastruktur und der örtlichen Regeln zu überprüfen, die in aller Regel bei Unfällen eine Rolle spielen. Beklagt dann das Lokalblatt den fehlenden Übergang, die riskanten Ampelschaltung oder die chronischen Raserei an einem Ort, dann kann der Unfallbericht sogar ins Konstruktive gehen. Aus oft schrecklichem Anlass gibt er den Anstoß zu künftiger Sicherheit.

Roland Stimpel

 

Glossar der Sprach-Unfälle

Auto

Das Auto fuhr die Frau an.

Noch fahren Autos nicht von selbst. Es sitzt immer jemand am Steuer. Der hat sein Fahrzeug so gelenkt, dass es die Frau verletzte.

Bremsen

Fahrer konnte nicht mehr bremsen

Willkürliche Annahme. Konnte er objektiv nicht oder war er zu schnell, abgelenkt oder hoffte, das Kind würde schon nicht loslaufen? Meist weiß die Polizei das nicht, wäscht ihn aber sauber.

Dunkel gekleidet

Nachträgliche Opfer-Beschuldigung. Oft werden „dunkel gekleidete Fußgänger“ erwähnt, aber nur sehr selten Fahrer, die in der Dunkelheit ihre Geschwindigkeit nicht der schlechten Sicht anpassten.

Erfassen

Der Wagen erfasste die Seniorin

Verharmlosender Ausdruck für einen ziemlich rabiaten Vorgang. Der Wagen rammte, stieß, überfuhr sie.

Helm

Die Radfahrerin trug keinen Helm

Radfahrer-Beschuldigungs-Äquivalent zum dunkel gekleideten Fußgänger. Absurdestes Beispiel aus Hannover: Autofahrer fährt Radfahrer um, was dem die Schulter bricht. Bericht spricht von „Radfahrer, der keinen Helm getragen haben soll“.

Glück

Der Fußgänger hatte Glück, denn die Verletzung war nur leicht

Schwere Gefahr, Verletzung, Schock – das soll „Glück“ sein? Das Opfer hat das Unglück, auch noch so verhöhnt zu werden.

Plötzlich

Das Kind lief plötzlich auf die Straße

Subjektive Sichtweise. Die Polizei schildert den Unfall, als hätte der Beamte neben dem Fahrer gesessen. Nie liest man es umgekehrt: „Als das Kind die Fahrbahn überquerte, erschien plötzlich ein Auto.“

Sich verletzen

Der Radfahrer zog sich bei dem Sturz schwere Verletzungen zu

Ein Auto und sein Fahrer haben ihn zu Fall gebracht – doch das Opfer wird zum Selbstverstümmler  gemacht.

Sichtbehinderung

Die Sicht des Fahrers war gehindert durch tiefstehende Sonne/Nebel/Regen/Dunkelheit…

Da konnte jemand nicht richtig gucken, hielt aber den Fuß auf dem Gas. Die Floskel entschuldigt ein extrem gefährliches Verhalten.

Sichthindernisse

Das Kind trat plötzlich zwischen Sichthindernissen hervor

Meist ein Synonym für geparkte Autos. Ob legal oder illegal geparkt, steht selten da. Ob Parkplätze und Übergänge sichtbehindernd angeordnet sind, auch nicht.

Stürzen

Die Fußgängerin stürzte bei dem Aufprall

Sie wurde schlicht und schrecklich umgefahren.

Touchieren

Der Wagen touchierte das Schulkind

„Erfassen“ (siehe oben) in pseudo-elegantem Französisch

Übersehen

Die Fahrerin übersah den Fußgänger

Meist eine schwere Verharmlosung. Die Fahrerin hat sein Opfer verletzt, verstümmelt oder gar getötet – durch Raserei, Unaufmerksamkeit oder in der Hoffnung: Der läuft schon nicht los. All das ist viel schlimmer als das schicksalhaft-entschuldigend wirkende „übersehen“.

Verkehr

Der Schüler betrat die Fahrbahn, ohne auf den Verkehr zu achten

Wer so schreibt, hält Autoverkehr für Gesamtverkehr – alle anderen zählen nicht. Wer als gehender Verkehrsteilnehmer dessen Reich betritt, stört und ist selbst schuld.

Zusammenstoß

Auto und Fußgänger stießen zusammen

War etwa der Fußgänger auf das Auto zugerannt? In der Wirklichkeit stößt nur einer, nicht beide.

Zuziehen

Siehe „sich verletzten“

Titelblatt-mobilogisch-1-2019

Fußverkehr

Ihr Verkehrsminister teilt mit: Motorfahrzeuge sollen auf Gehwegen fahren

Neue Kampagne gegen den Grünpfeil

Auf größeren Fuß – Wie kann FUSS e.V. wachsen?

Recht

Großer Wurf beim Verkehrsrecht in Arbeit

Freispruch für legales Parken

BUVKO

Einladung/ Organisatorisches

Programm Freitag

Programm Samstag

Exkursionen

Programm Sonntag

Einladung zur FUSS-Mitgliederversammlung

Satzungsänderung FUSS e.V.

Programm-Übersicht 22. BUVKO

Verkehrsplanung

Den Fuß-Etappen kann man nicht entgehen

Verkehrssicherheit

Mahnwachen für Unfalltote: Nicht zur Tagesordnung übergehen!

Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen: Theoretisch gut, praktisch aber ausbaufähig

Radverkehr

Safety in Numbers revisited – Vergleich Radunfälle Niederlande-Deutschland

Mobilitätsmanagement

Erfolgreiches Mobilitätsmanagement im Umweltbundesamt

Luftverkehr und Politik

Grüne Regierungsbeteiligung in Hessen: Flughafenpolitik – Bilanz und Ausblick

Kritischer Literaturdienst Fußgänger Nr. 98:

Handlungsleitfaden zur Förderung des Fußverkehrs in den Kommunen

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